Tag Archives: Prekäre Beschäftigung

Im Parlament nichts Neues: Minijobs schönreden

Auch Herr Max Straubinger (CSU) beherrscht die Beschönigung der zunehmenden sozialen Prekarisierung aus dem Effeff. Nur so können wir seine Äußerungen in Bezug auf die Minijob-Reform der Regierungskoalition vom 1. Januar 2013 auslegen. Dass an der Minijob Reform nicht alles schlecht ist, weil deutlich mehr neue Minijobbende sich im ersten Quartal 2013 nicht von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen, wird in einen „vollen Erfolg“ umgedeutet.

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Minijob-Reportage

Diese sehr sehenswerte ZDFzoom Reportage zeigt sehr gut: Was ist ein Minijob, wie sieht Ausbeutung im Minijob aus und warum ist das Modell Minijob scheiße. Organisiert euren Widerstand!

Änderungen bei Minijobs ab 2013

Neues Jahr – neue Regelungen.

Ab dem 1. Januar des neuen Jahres treten neue Regelungen bezüglich Minijobs in Kraft. Hier ein kurzer Überblick, was sich ändert und was wir davon halten:

Erhöhung der Lohnobergrenze
Bisher durfte der durchschnittliche Monatslohn einer Beschäftigung nicht mehr als 400 Euro betragen, ob als Minijob zu gelten. Diese Lohnobergrenze wurde auf 450 Euro nun angehoben.

Brutto nicht mehr Netto
Bisher waren Minijobs immer rentenversicherungsfrei. Auf Wunsch konnte man jedoch durch Aufstockung mit einem Zusatzbeitrag mehr in die Rentenversicherung einzahlen, um die vollen Leistungen zu erhalten. Dies kehrt sich nun um:
Alle Minijobbende, welche ab dem 1.1.13 einen Arbeitsvertrag abschließen, sind nun automatisch mit dem gesamten Versicherungsbeitrag von 18,9% versichert. Davon trägt weiterhin die arbeitgebende Seite 15% und die restlichen 3,9% muss nun von den Minijobbenden selbst geleistet werden. Auf ausdrücklichen Wunsch kann sich von diesem Versicherungsbeitrag befreit werden.

Unsere Kritik:
Bitte siehe unsere Beitrag vom 1. März 2012: Neue Regelungen beim Minijob geplant

Internationaler Frauentag: Armutsfalle Minijobs

Prekäre Beschäftigung in Deutschland ist weiblich. So lautet die ernüchternde Bilanz anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März.

Die Gewerkschaftsfrauen richten ihren Fokus am Weltfrauentag unter dem Motto „Heute für morgen Zeichen setzen“ auf die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen in Deutschland. Die Liste der Benachteiligungen im Arbeitsleben ist lang. Sie beginnt bei der Entgeltdifferenz zwischen Frauen und Männern und endet bei der wachsenden Gefahr der Altersarmut. Frauen arbeiten besonders oft in prekärer Beschäftigung zu Niedriglöhnen. „Atypische Beschäftigung ist heute Realität für Millionen Arbeitnehmerinnen. Dazu tragen vor allem auch Minijobs bei“, erklärt Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende. Zwei Drittel aller Minijobs werden von Frauen ausgeübt. So werden sie in die Continue reading

Immer mehr Minijobs

Oberhausen.Fünf Jahre lang zog Natascha S. ihren Sohn auf, jetzt, wo dieser im Kindergartenalter ist, will die 23-Jährige eine Ausbildung machen. Am liebsten würde sie Tierarzthelferin werden. Doch es ist nicht einfach für S., die vor neun Jahren aus Russland kam und ihren wahren Namen nicht nennen will. Die Hauptschule hat sie geschafft, als Bürohilfe gearbeitet und auch ihr Deutsch ist gut. Was ihr fehlt, ist eine Chance. Den Einstieg in das Berufsleben soll ihr jetzt ein Minijob erleichtern.
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Minijobber abgehängt

Minijobs führen in die Armutsfalle. Die Stundenlöhne sind dort im Durchschnitt um die Hälfte geringer als die Gehälter von Vollzeitbeschäftigten. Diesen Mißstand belegen gleich drei gestern veröffentlichte Studien im Auftrag des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Die Frankfurter Rundschau und die Berliner Zeitung hatten darüber vorab in ihren Donnerstagsausgaben berichtet. Rund 88 Prozent der Minijobber arbeiteten im Jahr 2009 zu Niedriglöhnen. Das bedeutet im Westen für weniger als 9,76 Euro pro Stunde und im Osten unter 7,03 Euro.
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