Hurra ich hab’ einen Minijob – denn da mach ich einfach mehr draus! Wirklich?

Es war Ende November 2013 als die Berliner Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) ihre Kamapgne der Öffentlichkeit vorstellte: „Minijob – mach mehr draus!“ Unter diesem Titel will sie MinijobberInnen über ihre Rechte aufklären und Unternehmen davon überzeugen, Minijobs durch Vollzeitstellen zu ersetzen. – Bemerkenswert ist: Die Kampagne redet viel, lässt konkrete Zielsetzungen vermissen und enthält wichtige Tatsachen vor.

Auf einmal hingen sie gefühlt in jedem zweiten U- und S-Bahnhof: Angestellte und UnternehmerInnen warben Seite an Seite mit Weisheiten wie „Als Minijobber habe ich richtig Gas gegeben (…) Das hat meinen Chef überzeugt“ oder „Wir hätten in der Pflege weniger Fachkräftemangel, würden mehr Minijobber Vollzeit arbeiten können“ – Wofür aber standen diese Aussagen genau? Auf den ersten Blick war das nicht klar. Waren sie für Minijobs als Chance? Gegen einen Missbrauch von Minijobs? Oder gar für die Abschaffung jenes Arbeitsverhältnisses?

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Veranstaltung in Halle

Donnerstag, 16.​01.​2014 um 20 Uhr, VL, Ludwigstraße 37 Halle

Minijobs mit ihren flexiblen Arbeitszeiten und ihrem steuerfreien Lohn sind auf den ersten Blick attraktiv für alle, die sich neben Ausbildung oder Studium (aber leider auch neben Hartz IV und in zunehmendem Maße neben anderer Lohnarbeit) etwas dazu verdienen wollen. Tat­sächlich nützen die niedrigen Löhne und Abgaben, die flexiblen Arbeits­zeiten und das schnelle Hiring und Firing jedoch in erster Linie vor allem den Arbeitgeber_innen. Häufig unerfahrene Arbeitnehmer_innen und der ständige Wechsel der Belegschaft erschweren die Organisati­on der Minijobber_innen und das Einstehen für ihre Rechte dabei noch zusätzlich. Mit der „Jung und Billig“-​Kampagne der ASJ wollen wir an diesem Zustand etwas ändern. In dem Vortrag soll die Kampagne mit ihren Anknüpfungspunkten, ihren Zielen und ihrer Entstehung und bis­herigen Erfahrungen vorgestellt werden. Dieses soll jedoch eingebet­tet werden in einen kurzen theoretischen Überblick über Minijobs. Auch für eure und unsere eigenen Erfahrungsberichte in Sachen Mini­jobs und Organisation soll Zeit bleiben. (minijob.​cc)

Die Veranstaltung wird organisiert von der Sektion Bildung der FAU-​Hal­le.

Fakt ist… #8

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Gewerkschaftsfreiheit: Große Koalition gegen Koalitionsfreiheit?

Presseerklärung der FAU Berlin:

“Tarifeinheit” ist Angriff auf Gewerkschaftsfreiheit. FAU Berlin kritisiert scharf Pläne der großen Koalition.

Im Koalitionsvertrag bekundet die angehende Große Koalition aus CDU/CSU und SPD, man plane, „den Koalitions- und Tarifpluralismus in geordnete Bahnen zu lenken“, und wolle „den Grundsatz der Tarifeinheit nach dem betriebsbezogenen Mehrheitsprinzip … gesetzlich festschreiben.“ Von einer solchen Regelung wären nicht nur die sogenannten Spartengewerkschaften betroffen, sondern auch Basisgewerkschaften wie die Freie ArbeiterInnen-Union Berlin (FAU Berlin).
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Nimm was dir zusteht!

Nimm deinen Urlaub noch dieses Jahr!
Das Jahr geht zu Ende und somit auch dein Anspruch auf bezahlten Urlaub. Also raten wir dir, deinen Urlaub jetzt zu beantragen (oder einfach auszahlen zu lassen), da du deinen Urlaubsanspruch nur mit ins nächste Jahr nehmen kannst, wenn dir kein Urlaub in diesem gewährt wurde. Du denkst du hast keinen Anspruch auf Urlaub? Aber klar doch! Alle ArbeitnehmerInnen haben Anspruch auf bezahlten Urlaub – dies ist im Mindesturlaubsgesetz für ArbeitnehmerInnen (BUrlG) geregelt. Genaue Infos und Tips zur Vorgehensweise findest du unter: bezahlter Urlaub

Veranstaltung in Berlin

Am Dienstag, den 26.11.13, im M29 – Malmöerstraße 29 Berlin

Du hast Fragen bezüglich des Arbeitsrechts, willst mehr über die Kampagne erfahren oder benötigst anderweitig Hilfe bezüglich deines Minijobs? Dann komm zu unserer Veranstaltung und wir können gemeinsam dran arbeiten.
Link zum Facebook-Event: Hier

Minijobs Thema bei Koalitionsverhandlungen

Die Rentenbeiträge bei Minijobs sind u.a. derzeit Thema der Koalitionsverhandlungen. Im Gespräch ist, ob der Beitrag zur Rentenversicherung von ArbeitnehmerInnenseite zur unumgänglichen Pflicht werden soll, Ausnahmen bei RentnerInnen und SchülerInnen könnte es geben. Zu einer Einigung kam es jedoch noch nicht.