bezahlter Urlaub

Alle haben Anspruch auf bezahlten Urlaub (Nach §1 des BUrlG)
Arbeiten ist anstrengend, deshalb haben auch alle ArbeitnehmerInnen Anspruch auf Erholungsurlaub, dies ist im Mindesturlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Doch das heißt nicht nur, dass man sich mal frei nehmen darf, sondern dass auch die sich freigenommene Zeit genauso entlohnt werden muss, als wenn man arbeiten würde – das so genannte Urlaubsentgelt.

Wie viel Urlaub darf ich nehmen? ( Nach §3 des BUrlG)
Laut Gesetz stehen jeder/m ArbeiterIn 24 Urlaubstage im Jahr zu, wenn die Person sechs Tage die Woche arbeitet. Da die wenigsten MinijobberInnen jedoch sechs Tage arbeiten, wird pauschal von mindestens vier Wochen ausgegangen. Dies bedeutet nicht, dass du für jeden Tag dieser vier Wochen Lohn bekommst, sondern nur für die Anzahl an Tagen und Stunden, die du durchschnittlich in einer Woche arbeitest. Um herauszufinden, wie viele Werktage du mindestens Urlaub hast, kannst du mit folgender Formel ausrechnen:

Die Zahl deiner wöchentlichen Arbeitstage geteilt durch 6 mal 24.

Um das nochmal zu verdeutlichen: Wenn du drei Tage die Woche Arbeitest, dann rechnet du 3 geteilt durch 6 mal 24. Daraus würde sich ergeben, dass du mindestens 12 Urlaubstage im Jahr hast.

Wie viel Geld bekomme ich? ( Nach §11 des BUrlG)
Der Urlaub ist fester Bestandteil deines Arbeitsverhältnisses. Das heißt, dass du für alle Urlaubstage auch Geld bekommen musst, das Urlaubsentgeld. Und zwar keinen beliebigen Lohn, sondern genau den Betrag, den du bekommen würdest, wenn du gearbeitet hättest. Solltest du keinen festen Lohn bekommen, zählt der durchschnittliche Lohn der letzten 13 Wochen.

Angenommen du hast Anspruch auf 12 Urlaubstage, dann bekommst du natürlich nicht jeweils 24 Stunden dieser Urlaubstage ausgezahlt. Auch hier gilt wieder der Durchschnitt der Stunden, die du pro Arbeitstag gearbeitet hast.

Das Gesetz besagt außerdem, dass du dein Urlaubsentgeld vor dem Antritt deines Urlaubs bekommen sollst.

Wann kann ich wie viel Urlaub nehmen? ( §7 des BUrlG, Abs. 1-2)
Anspruch auf Urlaub hast du ab Beginn deines zweiten Arbeitsmonats an. Innerhalb deines ersten halben Jahres hast du aber nur den Urlaubsanspruch für die Monate, die du schon gearbeitet hast.

Angenommen du arbeitest 3 Tage die Woche und das schon vier Monate, dann hast du Anspruch auf 3/6 *24 * 4/12 = 4 Urlaubstage, also auf vier Zwölftel deines Jahresanspruches.

Nach einem halben Jahr hast du dann Anrecht auf den vollen Jahresurlaub. Es ist außerdem dein Recht zu bestimmen, wie du dir deine Urlaubstage einrichtest. Sollte dein Chef/Chefin versuchen dir zu sagen, wie viele Urlaubstage du am Stück nehmen sollst, hör nicht drauf. Ob du drei Tage oder zwei Wochen am Stück Urlaub haben willst, ist deine Sache und in die musst du dir nicht reinreden lassen. Anders sieht es aus, wenn deinE ChefIn wichtige betriebliche Gründe nennen kann, weswegen du nur kurz in den Urlaub darfst. Generell gilt aber, dass wenn dir mehr als 12 Urlaubstage zustehen, auch 12 zusammenhängende Werktage als Urlaub gestattet werden müssen.

Wie lange ist mein Urlaub gültig und was wenn ich vorher gekündigt hab? (Nach §7 des BUrlG, Abs. 3-4)
Du muss deinen Urlaub im laufenden Kalenderjahr eingefordert und am besten auch genommen (oder ausgezahlt) bekommen haben, sonst verfällt dein Anspruch. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr geht dann, wenn dringende betriebliche oder persönliche Gründe deinerseits nicht ermöglichten, deinen Urlaub im laufenden Jahr zu nehmen. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Jahres gewährt und genommen werden. Wenn du gekündigt hast, bevor du Urlaub genommen hast, steht dir trotzdem zu das Urlaubsentgeld zu bekommen. Rechne am besten in deiner Kündigung vor, wie viel du noch zu bekommen hast.

Darf ich aus dem Urlaub zurück geholt werden? (Nach §9 des BUrlG)
Chefs dürfen dich nicht unter irgendwelchen Vorwänden aus dem Urlaub zurückholen. Bist du einmal weg, kannst du auch da bleiben. Was auch nicht geht, ist dass ArbeitgeberInnen versuchen deine Überstunden während deines regulären Urlaubs gut zu machen. Es handelt sich hier um ganz verschiedene Dinge. Du hast ein Recht auf Urlaub und du hast ein Recht darauf, dass deine Überstunden in irgendeiner Weise vergütet werden, da hat das eine nichts mit dem anderen zu tun.

Auch Krankheitstage haben nichts mit deinem Urlaub zu tun. Das bedeutet, dass dir aufgrund von Krankheit kein Urlaubstag gestrichen werden darf und auch, dass du deinem Chef/ deiner Chefin melden kannst, dass du im Urlaub krank geworden bist. Wenn du ein Attest vorlegst, kannst du den durch Krankheit verlorenen Urlaub ein andernmal nachholen.

Darf ich während meines Urlaubs arbeiten? (Nach §8 des BUrlG)
Was du auf jeden Fall vermeiden solltest, ist dich dabei erwischen zu lassen wie du eine zweite Arbeit in deinem Urlaub annimmst. Das Gesetz verbietet dir das, weil dein Urlaub dazu dienen soll deine Arbeitskraft „wiederherzustellen“. Deinem/r ChefIn nutzt du eben weniger wenn du dich bei jemand anderem auch noch kaputt arbeitest.

Achtete auf deinen Vertrag und Tarifverträge
Je nachdem wo du arbeitest, kann es aber auch sein, dass dir mehr Urlaub zusteht. Lies dir also auf jeden Fall den Arbeitsvertrag deiner Arbeitsstelle durch. Sollten dort mehr Urlaubstage als vom Gesetz festgeschrieben sein, hast auch du ein Recht diese wahrzunehmen. Umgekehrt geht es aber natürlich nicht, die Arbeitsverträge dürfen das Gesetz bei der Anzahl der Urlaubstage nicht unterbieten. Gibt es in deinem Betrieb einen gültigen Tarifvertrag und ist dort eine höherer Urlaub festgelegt, dann hast du auch Anspruch auf diesen Urlaub, sofern du Mitglied der Gewerkschaft bist, die den Tarifvertrag abgeschlossen hat.

One Response to bezahlter Urlaub

  1. Hilfreicher Zusatz zur Berechnung der Urlaubstage wenn man unter sechs Tagen die Woche arbeitet:
    Halbe Urlaubstage werden nach § 5 Abs. 2 BUrlG auf ganze Urlaubstage aufgerundet.
    D.h. wenn man mindestens einen halben Tag arbeitet steht ein ganzer Tag Urlaub zu.

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