Mankogeld

Ein Großteil der Minijobbenden Jugendlichen arbeitet im Gastronomiebereich oder im Supermarkt. Da passiert es ab und zu, dass am Ende des Arbeitstages in der Kasse nicht so viel Geld ist, wie laut Abrechnung eigentlich sein müsste, ein sogenanntes Manko.
Die Gründe dafür können z.B. nicht bezahlte Rechnungen, falsch berechnetes Wechselgeld oder verlorenes Geld sein. Es kann auch vorkommen, dass deinE ChefIn dir vorwirft vorsätzlich Geld unterschlagen zu haben. Doch keine Sorge. Das Manko ausgleichen musst du nur, wenn man dir nachweisen kann, dass du es auch zu verschulden hast. So kann dir z.B. nicht nachgewiesen werden, dass du Schuld hast, wenn während deiner Arbeitszeit mit dir mehrere ArbeitnehmerInnen regulären Zugang zu dem Geld hatten. Auf Grund der beschränkten ArbeitnehmerInnenhaftung musst du bei „leichten Fahrlässigkeiten“ das Geld nicht zahlen. Leichte Fahrlässigkeiten sind Fehler, die alle machen könnten, da du z.B. sehr unter Zeitdruck standest.
Außerdem kann in Arbeitsverträgen ein so genanntes Mankogeld (o.a. Fehlgeldentschädigung) vorgesehen sein, wenn du mit der Verwaltung von Geld beauftragt bist. Dieser Betrag wird dir monatlich zusätzlich zu deinem Lohn gezahlt, ist aber kein Teil deines Lohnes. Wenn nun am Ende des Tages zu wenig Geld in deiner Kasse sein sollte, musst du dieses zahlen, aber nur maximal den Betrag, den du auch im Jahr an Mankogeld bekommst. Ein Mankogeld stellt eine so genannte Haftungserweiterung dar, somit musst du auch bei leichter Fahrlässigkeit haften. Ein Beispiel um das klar zu machen:

Du bekommst als KassiererIn im Supermarkt 16 Euro Mankogeld im Monat, also 180 Euro im Jahr. Am Anfang sind 200 Euro Wechselgeld in der Kasse. Während deiner Schicht nimmst du laut Kassenabrechnung 1200 Euro ein. Am Schichtende hast du aber nur 1180 Euro in der Kasse, somit beträgt das Manko 20 Euro. Dieses Manko muss du, soweit du in diesem Jahr noch nicht die Grenze von 180 Euro erreicht hat, aus deinen privaten Geldern ausgleichen.

Ist die Höhe deines jährlichen Mankos schon erreicht, gilt die normale beschränkte ArbeitnehmerInnenhaftung. Mankogeld in Höhe von bis zu 16€/Monat ist nicht steuerpflichtig. Es zählt also nicht als Teil deines Einkommens und kann nicht dazu beitragen, die Lohngrenze von 450€ zu überschreiten. Verdienst du z.B. genau 449€ im Monat, bekommst aber dazu noch 16€ Mankogeld, bleibt dein Lohn 449€ und nicht 465€ und somit musst du keine Lohnsteuer zahlen.

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