Arbeitszeiten

Wie lange darf man arbeiten
Laut §3 des Arbeitszeitgesetzes darf die Werktägliche Arbeitszeit von 8 Stunden nicht überschritten werden. Sie kann auf bis zu 10 Stunden erweitert werden, wenn innerhalb von 24 Wochen (6 Monaten) im Durchschnitt eine Arbeitszeit von 8 Stunden pro Tag nicht überschritten wird.

Ruhezeit
Um sich von den Strapazen der Arbeit zu erholen, müssen ArbeitnehmerInnen zwischen ihrer Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit (Arbeitsfreie Zeit) von mindestens 11, bei Jugendlichen 12 Stunden haben.
In Ausnahmefällen, kann z.B. in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen, in Gaststätten und anderen Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung die Ruhezeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden.
Allerdings muss dabei jede verkürzte Ruhezeit innerhalb von 4 Wochen durch genau so viel verlängerte Ruhezeit ausgeglichen werden.
Beispiel: Wenn du im Februar fünf mal nur eine 10-stündige Ruhezeit hattest, musst du im Monat darauf mindestens 5 mal eine 12-stündige Ruhezeit haben.

Ruhepause
Um auch während der Arbeitszeit mal seinen Bedürfnissen wie z.B. essen, rauchen, frische Luft schnappen nachkommen zu können, kannst du bei einem Arbeitstag von mehr als 6 Stunden eine 30 minütige Pause einlegen und bei einem mehr als 9 stündigen Arbeitstag um 45 Minuten die Arbeit ruhen lassen. Da die Pause nicht zur Arbeitszeit gehört, darfst du währenddessen tun was du willst.

Dienstplan
Da man natürlich auch ein Leben außerhalb der Arbeit hat und dieses auch geplant werden muss (was viele Chefs nicht glauben wollen), hast du das Recht deine nächsten Arbeitszeiten rechtzeitig zu erfahren, nämlich mindestens eine Woche im Voraus. Dies sollte in Form eines Dienstplans geschehen, welcher für alle MitarbeiterInnen gut zugänglich aushängt. In diesem Dienstplan muss dann stehen, an welchem Tag und von wann bis wann du arbeitest.
„Es ist nichts zu tun, du hast jetzt Feierabend.“
Im Dienstplan sind deine Arbeitszeiten verbindlich festgelegt. Schickt dein Chef dich vor dem im Dienstplan festgelegten Dienstende nach Hause, muss dir trotzdem die komplette im Dienstplan festgelegte Arbeitszeit bezahlt werden. Die Begründung, dass es keine Arbeit für die gäbe und du deshalb auch keinen Anspruch auf Lohn hättest ist falsch, denn der/die ArbeitgeberIn kommt nach §615 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) in „Annahmeverzug“, das heißt auch, dass die ausgefallene Arbeitszeit nicht nachgeholt werden muss.
Wenn du also frühzeitig nach Hause geschickt werden solltest, nimm dies fröhlich an, aber achte darauf, dass deine Arbeitszeit eindeutig festgelegt ist und du den entsprechenden Lohn bekommst.

Arbeit auf Abruf
Für viele Minijobbende ist es jedoch ganz normal, dass sie keine festen Arbeitstage- und zeiten haben. Die im Arbeitsvertrag festgelegte Wochenstundenzahl wird oft unterschritten und dann nur für die tatsächlich erbrachte Arbeit der Lohn gezahlt. Ist dies der Fall stehen den Arbeitnehmenden trotzdem die Entlohnung für die im Arbeitsvertrag festgelegte Stundenzahl zu. Ist keine Wochenstundenzahl geregelt (mündlicher Vertrag) wird nach dem TzBfG von 10 Stunden die Woche ausgegangen.

Überstunden:
In manchen Betrieben ist es üblich das Überstunden erst ab einer bestimmten Anzahl ausgezahlt werden, sofern kein gültiger Tarifvertrag dagegen spricht.
Ist dies der Fall, so ist darauf zu achten, dass im Arbeitsvertrag eine maximale Anzahl abgegoltener (also im Lohn “enthaltener”) Überstunden festgelegt ist. Alle Überstunden, die über diese Anzahl hinausgehen, müssen dann zusätzlich ausgezahlt werden. Überstundenzuschläge können tarifvertraglich festgelegt sein.
Vorsicht: Durch ausgezahlte Überstunden ist es gut möglich, dass dein Einkommen die für den Minijob festgelegte Grenze übersteigt und dein Lohn somit steuerpflichtig wird!

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