Arbeitsvertrag

In einem Arbeitsvertrag sind alle wichtigen Abmachungen zwischen dir und dem/der ChefIn festgehalten, welche für beide Seiten bindend sind. Doch gibt es mündliche und schriftliche, befristete und unbefristete Arbeitsverträge, es gibt eine Menge, worauf zu achten ist.

Mündlicher Arbeitsvertrag
Ab dem Zeitpunkt, wo du begonnen hast zu Arbeiten, aber noch kein schriftlicher Vertrag besteht, wurde ein mündlicher Vertrag geschlossen. Dies muss nicht explizit so benannt worden sein, sondern geschieht automatisch. Wenn nur ein mündlicher Arbeitsvertrag besteht, heißt dies natürlich nicht, dass du keine Rechte besitzt. Es gelten für dich die gleichen Rechte wie für alle anderen, sowie die gesetzlichen Mindeststandards. Außerdem ist es, wenn nicht schriftlich anders Vereinbart, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Es muss lediglich noch vereinbart werden, wie hoch dein Stundenlohn ist und wie oft und wie lange du arbeiten sollst. Doch ein mündlicher Vertrag birgt genau hier viele Risiken. Wurde dir zum Beispiel gesagt, dass dein Stundenlohn acht Euro beträgt, du aber nur sechs Euro die Stunde bezahlt bekommst, wird es mit einem mündlichen Vertrag schwierig deine Ansprüche geltend zu machen.
Daher solltest du auf jeden Fall das Nachweisgesetz in Anspruch nehmen:
Spätestens nach einem Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses, hat deinE ArbeitgeberIn die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dir auszuhändigen.
Der Nachweis in elektronischer Form ist ausgeschlossen.
Beachte: Dies stellt aber noch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag dar!

Schriftlicher Vertrag
Die wichtigste Regel bei einem schriftlichen Vertrag ist: unterschreibe nicht sofort! Nimm den Vertrag mit nach Hause und lese ihn dir sorgfältig durch. Sind dir irgendwelche Sachen unklar, dann informiere dich über diese (für Fragen sind wir immer offen). Wenn dir irgendwelche Dinge nicht passen, dann spreche deinE ChefIn darauf an und wünsche, dass dies geändert wird. Unterschreibe den Vertrag erst dann, wenn dir alles darin stehende klar ist und du damit zufrieden bist!
Schriftliche Arbeitsverträge können sehr unterschiedlich aussehen, gewisse Standards sollten aber drin vorkommen.
-Name und Anschrift der VertragspartnerInnen
-der Ort, an dem du arbeitest
-der Beginn des Beschäftigungsverhältnisses (Datum)
-wenn befristet, bis wann
-eine grobe Beschreibung deiner Aufgaben
-die Höhe deines Lohnes
-wann dein Lohn ausgezahlt wird
-deine Arbeitszeit
Hier kannst du dir einen Mustervertrag runterladen, um eine Vorstellung zu bekommen,wie so ein Vertrag aussehen kann: Download
Wenn dir irgendwelche Regelungen versprochen werden, die über den gesetzlichen Standard hinausgehen, bestehe darauf, dass diese schriftlich im Vertrag festgehalten werden, da es sonst schwer wird diese bei nicht-Einhaltung einzufordern. Wenn es im Betrieb einen gültigen Tarifvertrag gibt, dann gilt dieser auch für dich.

Befristete und unbefristete Verträge
Hinsichtlich der Dauer deines Vertrages gibt es zwei Varianten. Bei einem befristeten Vertrag ist das Ende deines Arbeitsverhältnisses festgelegt, wohingegen bei einem unbefristete Vertrag nur der Beginn deines Arbeitsverhältnisses festgelegt ist, nicht jedoch das Ende. Daraus ergeben sich ein paar Unterschiede.
Wenn es nicht anders (schriftlich) vereinbart wurde, dann hast du einen unbefristeten Vertrag, weshalb mündliche Verträge eigentlich immer bedeuten, dass du unbefristet beschäftigt bist. Nachträglich kann dein Vertrag nicht mehr befristet werden, weshalb so Sätze wie „auf unbestimmte Zeit befristet“ nicht wirkliche Gültigkeit haben. Solltest du also einen schriftlichen befristeten Vertrag erhalten, dann muss darin festgehalten sein, wann das Arbeitsverhältnis endet.
Befristete Arbeitsverträge ohne schriftliche Vereinbarung sind nur dann zulässig, wenn deine zu verrichtende Arbeit nur in einem befristeten Zeitrahmen möglich ist, z.B. wenn es heißt, dass du „Erntehelfer für die Sommerernte 2012“ bist. Weitere Unterschiede ergeben sich in puncto Kündigungen.

Probezeit
Bei den meisten Minijobs ist es leider schon normal, dass man sich die ersten sechs Monate in einer Probezeit befindet. Diese Probezeit dient den Chefs dazu, dich leichter kündigen zu können, denn gesetzlich darf die Kündigungsfrist innerhalb dieser sechs Monate Probezeit von vier auf zwei Wochen verkürzt werden. Ob du überhaupt eine Probezeit hast, wie lange die dauert (max. sechs Monate!) und ob die Kündigungsfrist verkürzt wurde, muss alles in deinem Arbeitsvertrag stehen, sonst ist es nicht gültig.

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