Probearbeit

Die Probearbeit ist nicht zu verwechseln mit der Probezeit, welche wir unter „Arbeitsvertrag” genauer erläutern.
Bevor du richtig angestellt wirst, werden die meisten Chefs wohl erstmal von dir verlangen, dass du einmal zur Probe arbeitest, der fachliche Ausdruck für diese Probearbeit ist „Einfühlungsverhältnis“. Dieses Einfühlungsverhältnis dient dazu, dir einen groben Überblick über den Betrieb und deine Arbeit zu geben, es ist jedoch noch kein „richtiges“ Arbeitsverhältnis, weshalb kein Anspruch auf Lohn besteht (außer wenn dies im Vorhinein schriftlich vereinbart wurde). Dies wiederum bedeutet aber auch, dass du noch keine Pflichten hast, du also keine Aufgaben übernehmen musst, oder überhaupt beim Probearbeiten zu erscheinen hast.
Obwohl gesetzlich kein Maximum festgeschrieben ist, kann so ein Einfühlungsverhältnis nicht ewig andauern. Für einfache Arbeiten und Aushilfstätigkeiten sind eine bis zwei Stunden relativ angemessen, wohin gegen bei schwierigeren und spezialisierteren Arbeiten es schon ein bis zwei Tage sein können, dies solltest du aber im Vorhinein (am besten schriftlich) abklären.
Einen Anspruch auf Lohn hast du aber trotzdem schon, wenn von dir richtige Arbeit verlangt wird! Dies sind alle Tätigkeiten, die über das bloße kennenlernen des Betriebs hinaus gehen und die dem Unternehmen irgendwelchen Nutzen einbringen. Wenn du also schon richtig arbeiten musst, dann gilt für dich nämlich schon ein mündlicher Arbeitsvertrag, dies gilt auch ohne vorherige Vereinbarung! Falls dies der Fall ist fordere auch deinen dir zustehenden Lohn ein, dabei helfen wir dir gerne.

2 Responses to Probearbeit

  1. Fanny Röttgen

    Hallo,
    ich habe mich vor kurzem bei einem „Regalservice“ für einen Minijob als Regalauffüllerin beworben. Nach der zweiten Kontaktaufnahme wurde mir dann endlich ein unbezahlter „Probearbeitstag“ angeboten, mit dem Versprechen, gleich darauf einen Vertrag zu bekommen. Da ich diese Tätigkeit bereits einmal ein knappes Jahr ausgeübt hatte, war die dortige Teamleiterin mit meiner Arbeit an diesem Tag sehr zufrieden. Leider war die Chefin des Serviceunternehmens nicht anwesend und so bekam ich auch keinen Vertrag. Am zweiten Arbeitstag lief es genauso. Als ich mich am dritten Tag leider Krankmelden musste, wurde ich von besagter Chefin über ein sehr anstrengendes unhöfliches Telefonat als Arbeitnehmer abgelehnt. Ich habe in den beiden Tagen dort etwa 10 Stunden gearbeitet, das mag nicht viel sein, aber dennoch möchte ich mich gegen so eine Ausbeutung wehren. Gibt es eine Möglichkeit?
    Viele Grüße
    Fanny

  2. Hallo Fanny!
    Danke für deine Anfrage. Wir haben dir per Email geantwortet.

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