Rewe

Dass JobberInnen und Einzelhandelskaufmänner/frauen im Arbeitsleben nix groß zu lachen haben, ist vielleicht allgemein bekannt, dass jedoch das tägliche Arbeiten oft mit Schikanen und Überstunden versehen ist, wird einen jedoch spätestens dann klar, wenn man /frau es selber im Zeitraum von ein paar Monaten selber erlebt hat. Speziell am Beispiel einer REWE Filiale:
Alltagswahnsinn:
Jede Woche “kommen und gehen” immer wieder neue MitarbeiterInnen zum Einarbeiten, hat man sich an ein Gesicht gewöhnt, ist es auch schon wieder bald verschwunden, dieser ständige Personalwechsel verspricht keine feste Arbeitsatmosphäre mit einer vertrauten Mitarbeiterschaft, diese Anonymität trägt mitunter zur Spaltung und weiteren Vereinsamung,sowie einem geringem Austausch der Belegschaft bei .
Schon nach den ersten Tagen merkt man, dass der Stress und der Frsut, den die Arbeit mit sich bringt, von den MitarbeiterInnen zumeist auf die Neuen abgeladen wird, aber immer untereinander. Dies sorgt für ein kaltes Arbeitsklima und unzumutbare Spannungen, Mobbing-Gefahr etc.
Zum gegenseitigen Austausch über Arbeitsbedingungen konnte es nur evtl. vor oder nach der Arbeitszeit kurz kommen, es sind keine Betriebsgruppen oder dergleichen vorhanden. Vorherige MitarbeiterInnen klagten über nervliche Belastungen und beschlossen die Kündigung. Jeden Dienstag Abend hängt der Arbeitsplan für die kommende Woche aus, längerfristige Planungen und Einteilungen sind nicht möglich. Unter studierenden NebenjoberInnen ist der REWE allgemein bekannt und stößt auf Reaktionen wie: “Was, da arbeitest du??”

Filialleitung:

Herr H. leitet z.B. die private REWE Filiale als OHG (offene Handels Gesellschaft), wobei Frau H. auch in der Filiale tätig ist, beide glänzen nicht gerade mit taktvollem und feinfühligen Umgang mit KollegInnen und MitarbeiterInnen, Herr M. hinterließ einen freundlicheren Eindruck auf MitarbeiterInnen im Arbeitsalltag. Als sich telefonisch nach dem Arbeitsplan für die Woche erkundigt wurde und der/die MitarbeiterIn sich eigentlich sicher war und sich nur nochmal vergewissern wollte, wie er/sie in der Woche arbeitet, schreckte der Filialleiter nicht zurück, sie/ihn für das Wochenende absichtlich einzutragen, wohlwissend, dass diese Tage nicht in Frage kamen. In  Krankheitsfällen, wo der Arzttermin schon längerfristig feststand und schon vorher bescheid gesagt wurde, dass er/sie wahrscheinlich krank geschrieben sein wird, stand der/diejenige dann doch im Dienstplan, beim Anruf in der Filiale, um über den tatsächlich eingetretenen Krankheitsfall zu informieren, gabs dann hinsichtlich dazu zu hören: “Na toll, nun muss ich mir jemand anderen suchen.” und legte auf, ohne gute Besserung o.ä. Stellte ein/e BewerberIn sich vor und bekam Unterlagen für den Job zum ausfüllen mit nach Hause, gab sie/er diese in der gleichen Woche in der REWE Filiale ab, konnte Herr H. sich schon nicht mehr an den/die BewerberIn erinnern, aufgrund der unzähligen Bewerbungen.
Beim Einreichen der Kündigung, dann Aussage vom Filialleiter, in der allerhand Überraschung steckte: “Ach, Sie waren schon so XXMonate hier beschäftigt???” (scheinbar erstaunt über das “lange” Arbeitsverhältnis)

Der Umgangston:

Bei einem Testkauf ist eine Mitarbeiterin durchgefallen und hat diesen “Test” aus Sicht der Beteiligten nicht gut bestanden, als die Tränen schon in den Augen standen, hat der Chef noch eins drauf gesetzt, geschimpft und ein keineswegs annäherndes achtungsvolles, würdiges Miteinander an den Tag gelegt.
MitarbeiterInnen, die schon länger angestellt sind, meinen: das allgemeine Meckern und diesen Umgangston sollte man/frau einfach nicht beachten (nicht persönlich nehmen oder an sich herankommen lassen)

Vor Kunden kam es zu offener Kritik gegenüber MitarbeiterInnen, bspw. An der Kasse aufgrund von Lapalien und mangelnder Absprache und allgemeinen Uneinigkeiten.
Wahrscheinlich im Hinblick auf den rasanten MitarbeiterInnenwechsel und daraus resultierenden Kosten belief sich das “anlernen” nur auf den Kassenbereich, obwohl zum Tätigkeitsfeld von NebenjobberInnen und StudentInnen viele weitere Aufgaben gehören, dadurch kam es oft zu Missverständnissen und verbalen Auseinandersetzungen in Form von “Kommandieren” und Schimpfen.
Über ehemalige KollegInnen, die aufgrund psychischer Belastung gekündigt haben, wurde in darauffolgender Zeit abwertend von diesen gesprochen: “auf Sowas (die Person) kommt’s nicht an.”oder “Wer es nicht aushält hat halt Pech.”

Die Frage des “Lohnes”:

Es ist oft Pflicht eine Viertelstunde eher da zu sein, um sich für die Arbeit umzuziehen. Diese Zeit wird natürlich nicht bezahlt,dazu kommen noch eine halbe bis dreiviertel Stunde längere Arbeitszeit, nach Feierabend, um den Müll wegzubringen, Bons zu zählen etc. Also ca. Täglich 1 Überstunde unbezahlt!!
Es gibt sehr viele befristete MitarbeiterInnen (JobberInnen als auch gelernte Fachkräfte) und bekommen ca.6,50 Euro die Stunde.
Eine gelernte Einzelhandelskauffrau bat bei Herr H. darum aus dem befristeten Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes zu wechseln, dies blieb ihr verwehrt.
Es sind viele befristete Aushilfen in der Filiale ungelernt auf 400 Euro Basis angestellt, d.h. diese arbeiten mindestens etwa 2 mal die Woche und aller 2 Wochen 1 mal am Wochenende. Für die Arbeit im Januar wird Ende Februar der Lohn gezahlt und auf dem Lohnsteuerbescheid als “Februar” bezeichnet usw.
im Monat darf es nicht mehr als 10 Euro Kassendifferenz geben, da dies sonst vom Lohn abgezogen wird

Diese Vorkommnisse und Misstände sind gewiss auch in jeder anderen Supermarktkette auffindbar und auf viele Filialen übertragbar. Wo z.B. der ersehnte Feierabend eigentlich um 4 anfangen sollte, die Ablöse jedoch erst halb 5 beginnt und sich feste unbezahlte Überstunden summieren und sich zu einer Selbstverständlichkeit manifestieren.

4 Responses to Rewe

  1. Das kann ich alles nur bestätigen. Habe bei der Rewe meine Ausbildung gemacht. Zudem kommt noch die absolute personalknappheit. Versuchen sie mal einen Getränkemarkt zu schmeissen in dem mehr als 800 Kunden in einer Schicht bedient werden wollen, da bleibt keine Zeit mal zur Toilette zu gehen, weil man ja alleine im Laden steht. MfG ein befreiter Sklave.

  2. Kann ich so absolut nicht bestätigen. Dass es Diskrepanzen zwischen REWE-Märkten gibt, die vom Mutterkonzern bzw. von einem privaten Kaufmann geführt werden, habe ich schon oft gehört. Ich kann daher nur für ersteres sprechen.

    Ich arbeite jetzt seit knapp 2 Jahren als 400€ Aushilfe in einem REWE Getränkemarkt. Habe einen unbefristeten Vertrag, super nette Kollegen (mit zweien unternehme ich regelmäßig auch privat etwas) und einen Stundenlohn von 10,55€, der jedes Jahr um 75 cent steigt.
    Die Arbeit ist sicherlich stressig, was aber zum Großteil an den egozentrischen Kunden liegt, die einen auch gerne persönlich anfeinden wenn das Bier aus dem Angebot Samstag abends um halb 10 ausverkauft ist.
    Arbeiten tue ich i.d.R. Samstag von 15-22 Uhr, und manchmal noch eine Spätschicht unter der Woche, um die fehlenden Stunden aufzufüllen, womit ich allerdings keinerlei Problem habe.
    Unbezahlte Überstunden gibt es nicht, beim Kommen wird eingestochen, ausgestochen erst beim Verlassen des Marktes. Jeden Monat werden knapp 400€ fix ausbezahlt, eventuelle Plusstunden in den nächsten Monat übertragen.

    Alles in allem gibt es keinen Grund zur ernsthaften Beschwerde.
    Man kann REWE also nicht über einen Kamm scheren, es gibt solche und solche Märkte …

    • Kann mich nur anschließen, arbeite im getränke markt im größten rewe Markt Deutschlands, zwar erst seit 2 monaten, doch wirklich schlimm war es nur einmal am anfang.
      Hab auch einen unbefristeten vertrag und verdiene 9,80€ die stunde, Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit.
      Das einzige was man REWE vorwerfen kann ist die personal knappheit. Als neuling nach dem 2 mal alleine arbeiten zu müssen ist echt schwer, wobei mir sogar kurz die tränen kamen weil es einfach zu viel zu tun gab und ich alles drauf hatte, doch 2 Cheffs haben mir abwechselnd geholfen was keine selbstverständlichkeit ist.
      Manchmal ist man auch einfach da und hat kaum zu tun, in der zeit holt man sich was zu trinken, ne pizza schmeist sie in Ofen, nimmt sich zwei kisten und isst schön.
      Und manchmal gibt es wirklich nette Kunden denen man wirklich gerne hilft, was auch höchste Priorität hat.
      Doch manchmal tauchen gestalten auf denen man einfach nur ins Gesicht treten möchte weil sie einfach unhöflich sind und kein “Ist schon ausverkauft akzeptieren”

  3. Anonym (lieber Anonym, da mein nicht so häufig auftaucht)

    Gegen REWE Markt habe ich persönlich nichts einzuwenden, vor allem als studentische Hilfskraft passt es mir zeitlich sehr gut, da ich nur gegen Abend arbeite. Auch das Gehalt und die zusätzlichen Verdienste wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind im Großen und Ganzen sehr zufriedenstellend. Das Arbeitsklima war seit mehreren Jahre bis vor kurzem auch entspannend, auch wenn bei uns die Kundschaft gewaltig ist.
    Jedoch kann es schnell passieren, wie in meinem Fall, dass ein Wechsel des Filialleiters vorliegt.
    Dann bekommt man regelrecht das böse Übel in seinem Markt.
    Plötzlich empfindet man das Gehalt als Schadenersatz. So muss ich mir beispielsweise ständig anhören, wie falsch meine Arbeitsweise ist, dass ich mich nicht rechtfertigen kann, auf jede Frage gleich ein verbaler Angriff des Filialleiters erfolgt und mindestens 2 mal am Tag ein persönliches Gespräch seinerseits herbeigeführt wird um mich auf eine Wutprobe zu stellen und und… °.°
    Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

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