Lohnnachzahlung für Minijobbende in Hannover!

zahltag

Nachdem wir neulich erst von einer Lohnnachzahlung in Kiel berichtet hatten, können wir heute von einem weiteren Erfolg in Hannover schreiben. Dort konnte die Beschäftigte mithelfe dies örtlichen FAU-Syndikates eine 4-stellige Lohnzahlung von ihrem Arbeitgeber einfordern:

 

 

Allgemeines Syndikat der FAU Hannover setzt Lohnnachforderung durch

Das Allgemeine Syndikat erstritt vor kurzem einen vierstelligen Betrag für ein Mitglied, das in einem sogenannten Minijob in der Gastronomie gearbeitet hatte. Damit zeigt die Basisgewerkschaft erneut, wie auch unter prekärsten Bedingungen Arbeitsrechte geltend gemacht werden können. Zugleich macht der Fall deutlich, wie dringend eine andere gewerkschaftliche Organisierung in der Gastronomie nötig ist.

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Das geht auch anders

Dabei kann Gegenwehr ganz einfach und äußerst erfolgreich sein, wie das Allgemeine Syndikat Hannover jüngst erneut bewies. Eine Servicekraft hatte sich an die gewerkschaftliche Beratung der FAU Hannover gewandt, da ihr im Betrieb elementare Arbeitsrechte vorenthalten worden waren: so gab es weder einen schriftlichen Arbeitsvertrag, noch Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Trinkgelder oder gewährte Rabatte wurden mit gesetzlichen Mindestlohnansprüchen verrechnet. Kaum bekannt ist darüber hinaus, dass für Niedersachsen sogar ein für allgemeinverbindlich erklärter Tarifvertrag existiert, der für alle Beschäftigten einige Besserstellungen mit sich bringt. Doch was nützt ein Tarifvertrag, den niemand kennt oder beachtet?

Erfolgreich gegen unhaltbare Bedingungen

Das Allgemeine Syndikat wurde in der Angelegenheit bald aktiv und setzte die legitimen Ansprüche seines Mitglieds gegenüber der Geschäftsführung durch. Bereits verhältnismäßig milder gewerkschaftlicher Druck genügte, um das Unternehmen zur restlosen Zahlung der Forderung zu bewegen, denn die Verstöße waren arbeitsrechtlich jenseits von Gut und Böse. Im Allgemeinen dürfte die Summe der Lohnverluste, die von prekär Beschäftigten aus Unwissenheit oder Angst vor Jobverlust hingenommen wird, immens sein. Geradezu skandalös muss es aber erscheinen, wenn in einem geringfügigen Arbeitsverhältnis, das nicht einmal ein Jahr andauerte, ein beträchtlicher vierstelliger Betrag Arbeitslohn eingetrieben werden konnte.

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