Jung und billig unterwegs

Neulich, Ecke Goehtestraße

Wer sich organisieren will, muss ins Gespräch kommen. Ein Merksatz der nicht nur im eigenen Betrieb gilt, sondern auf alle Situationen gewerkschaftlicher Kampagnenarbeit passt. Von daher schien es nur konsequent unser Kampagnenmaterial zu packen und raus zu gehen, in die Fußgängerzonen Berlins und MinijobberInnen auf ihre Situation anzusprechen.
Unser Ziel war es nicht nur „Jung und Billig“ bekannter zu machen. Vielmehr interessierte es uns, wo andere MinijobberInnen ihre Probleme verorten, ob sie Handlungsbedarf sehen, und ob wir ihnen gleich an Ort und Stelle weiterhelfen könnten.

Was anfangs noch ein wenig verhalten und schleppend lief, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer recht unterhaltsamen und befriedigenden Aufgabe. Insgesamt ca. vier Stunden unterhielten wir unseren Infostand. Vier Stunden, in denen bei weitem nicht alle angesprochenen Personen stehen blieben, aber dennoch einige Flyer verteilt und Fragebögen ausgefüllt wurden.

Unter den Menschen die an unserem Stand stehen blieben, waren auch ein paar die Hilfe in Rechtsfragen brauchten, und was nicht vor Ort geklärt werden konnte, wurde kurzerhand auf späteren E-Mailverkehr verschoben.
Und auch wenn sich, was ja zu erwarten war, noch der/die ein oder andere PassantIn dazu hinreißen ließ über die Nutzlosigkeit betrieblicher Organisation zu referieren, war das Feedback das uns erreichte dennoch überwiegend positiv.

Ab ungefähr 18.00 Uhr gewannen dann aber doch Kälte und Dunkelheit die Oberhand, und so wurde alles zusammengeräumt, und nach einer spontanen Flyertour durch die anliegenden Betriebe gings dann wieder nach Hause. Was sich noch aus den kurzen Begegnungen in der Wilmersdorfer Straße entwickelt wird sich noch zeigen. Für uns ist aber klar geworden, dass es der Kampagne nur gut tun kann, in Zukunft weiter auf der Straße präsent zu sein. Das direkte Gespräch mit den Betroffenen führt am direktesten zur Lösung ihrer Probleme, und für uns bietet es die Möglichkeit einen breiteren Einblick in den Alltag jugendlicher MinijobberInnen zu gewinnen.

Der nächste Termin für einen Infostand ist zwar noch nicht ausgemacht, aber soviel ist sicher: Jung und Billig bleibt mobil.

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