Author Archives: Leipziger Ortsgruppe

Gewerkschaftlicher Protest gegen hallesches Bowlingcenter

Am 1.7.2015 demonstrierten Gewerkschaftler und Sympathisanten vor dem „Bowling Star“ in Halle-Ost. Sie forderten die Begleichung offener Ansprüche einer ehemaligen Aushilfskraft und wiesen auf generelle Missstände im Bereich der Minijobs hin. Aufgerufen zur Kundgebung hatte die Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union (FAU) Halle.

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Ein ehemaliger Aushilfskellner hatte mit seiner Kündigung bei dem Bowlingcenter Urlaubsentgelt und die Vergütung unbezahlter Arbeitsstunden eingefordert. Als die Geschäftsführung des „Bowling Stars“ darauf zunächst gar nicht reagierte, schaltete der ehemalige Kellner die FAU als Gewerkschaft ein. Diese wiederholte die Ansprüche, welche nun offiziell zurückgewiesen wurden. Die FAU Halle wird diese plumpe Verweigerungshaltung nicht akzeptieren und hat daher juristische Schritte eingeleitet und wendet sich nun an die Öffentlichkeit.

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Mindestlohn – Gutes Gewissen für nur 8,50€/h

Seit Anfang dieses Jahres gilt in Deutschland der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,50€ pro Stunde. Für die Regierungsparteien CDU und SPD ist das Mindestlohngesetz (MiLoG) ein Ausdruck „unsere[r] Wertschätzung der Arbeit und derer, die sie leisten“ (Peter Weiß, CDU)1 und ein Weg zur gerechten Entlohnung derselben (Andrea Nahles, SPD)2. Auch der Deutsche Gewerkschaftbund (DBG) sieht im Mindestlohn ein Mittel, um Lohn- und Altersarmut zu verhindern, würdige Arbeitsbedingungen zu schaffen, sowie Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu fördern3. Doch wie sieht es in der Wirklichkeit der Arbeitnehmer_innen aus?

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DGB springt auf’s Trittbrett auf

‘Bestehende Strukturen nutzen, bestehende Strukturen nutzen’ werden unabhängigen Gewerkschaftsinitiativen und Betriebsgruppen häufig von DGB-Gewerkschaftler*innen gemahnt, wenn erstere versuchen, kämpferischere Praktiken in Betriebe zu tragen, als das der DGB so tut. Erstmal ist das Motto ‘bestehende Strukturen nutzen’ auch gar nicht so doof. Schließlich spart das Kapazitäten und Ressourcen und es werden Konflikte innerhalb der Arbeitnehmerschaft vermieden, welche deren eigentlichen Zielen nur im Wege stehen. Deshalb wird es ganz sicher auch ein Missverständnis sein, dass der DGB jetzt eine Minijob Kampagne begonnen hat, ohne vorher mit der inzwischen seit über anderthalb Jahren bestehenden Jung und Billig Kampagne der ASJ in Kontakt zu treten. Bestimmt! Wir freuen uns bereits auf den Anruf.

Im Parlament nichts Neues: Minijobs schönreden

Auch Herr Max Straubinger (CSU) beherrscht die Beschönigung der zunehmenden sozialen Prekarisierung aus dem Effeff. Nur so können wir seine Äußerungen in Bezug auf die Minijob-Reform der Regierungskoalition vom 1. Januar 2013 auslegen. Dass an der Minijob Reform nicht alles schlecht ist, weil deutlich mehr neue Minijobbende sich im ersten Quartal 2013 nicht von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen, wird in einen „vollen Erfolg“ umgedeutet.

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