Neue Version der Minijob Broschüre veröffentlicht!

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Anfang April hat die ASJ Leipzig die neue Minijob-Broschüre herausgebracht.

Diese hat, wie zuvor bereits, den Zweck Minijobbende über ihre Rechte aufzuklären und sie zum kollektiven Kampf zu ermutigen. Überarbeitung, Ausbeutung, rechtswidrige Praktiken wie das Vorenthalten des gesetzlichen Urlaubsanspruches – das ist alles ein Alltag im deutschen Niedriglohnsektor, den wir nicht dulden wollen.

Die von der ASJ Leipzig herausgegebene Broschüre beruht größtenteils auf jener Version, die bereits vor einigen Jahren von der Berliner ASJ konzipiert wurde. Die Änderungen beinhalten:

  • ein neuer Abschnitt, der sich mit dem Thema Mindestlohn auseinandersetzt
  • Angabe weiterer relevanter Gesetzesbücher- und paragraphen
  • das Hinzufügen relevanter Kontaktadressen, die einen bei einem Arbeitskampf helfen können
  • mehrere kleine stylistische Änderungen
  • neue Grafiken 😉

Auch geändert wurde der Minijob-Flyer, der jetzt ebenfalls neue Informationen zum Mindestlohn enthält.

Ganz besonders danken wir natürlich der Freien ArbeiterInnen- und Arbeiter Union (FAU), die die Ausarbeitung und den Druck der neuen Materialien finanziell unterstützt und mehrere Tausend Broschüren, Plakate und Flyer für sich selbst bestellt haben, sowie natürlich bei der ASJ Berlin, die uns die Vorlage geliefert hat.

Die neue Broschüre steht online allen Interessierten zum Download bereit.

Alle anderen Materialien findet ihr unter der Sparte “Material”.

Und falls ihr die Broschüre in Papierform haben wollt, so könnt ihr das! Angeboten wird sie von den FAU-Syndikaten der Städte Berlin, Bremen, Dresden, Halle, Hamburg, Hannover, Erfurt/Jena, Leipzig, Magdeburg, sowie natürlich von der ASJ Leipzig, alles für einen Preis von 1-2€ pro Stück.

Die entsprechenden Kontaktdaten findet ihr auf der Website der FAU, die auch unter der Sparte “Kontakt” verlinkt ist.

Falls ihr als Gruppe Interesse habt, größere Mengen des Materials zu produzieren oder zu erkaufen, dann schreibt uns an und wir sehen, was wir machen können.

Hier ein Arbeitsrecht-Fall aus Kiel der zeigt, dass es sich lohnt, auch im Minijob für die eigenen Rechte einzustehen:

Eine beliebte Kneipe am Kieler Ostufer musste kürzlich vor dem Arbeitsgericht einem Vergleich zustimmen, der sie zu einer Nachzahlung im höheren dreistelligen Bereich verpflichtet. Das ist eigentlich wenig spektakulär, allerdings sind die Details recht interessant: Es handelte sich um eine Tätigkeit auf Minijobbasis und dauerte nur knapp acht Monate. Desweiteren ging es lediglich um banale Dinge wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsentgelt und sonstige ausstehende Gehälter, also alles Pflichten, die in einem Arbeitsverhältnis selbstverständlich sind. Eine derartig hohe Nachforderung für diesen kurzen Zeitraum ist daher recht beachtlich.

Das Ergebnis der Verhandlung kann man wohl als Quittung dafür verstehen, dass arbeitsrechtliche Mindeststandards missachtet wurden. Willkür des Arbeitgebers, Angst vor Jobverlust und Vereinzelung der Beschäftigten sorgen normalerweise dafür, dass die prekäre Situation stillschweigend hingenommen wird. Insofern zeigt dieses positive und nachahmenswerte Beispiel, dass ausbeuterische Verhältnisse in der Gastronomie keine Selbstläufer zu sein brauchen. Gegenwehr ist notwendig und möglich.

Gerade in Hinblick auf die Vereinzelung halten wir es für unerlässlich, dass sich die Beschäftigten untereinander austauschen, sich solidarisieren und gemeinsam Druck aufbauen, damit die verdienten Gehälter endlich in ihre Taschen fließen und die oftmals haarsträubenden Bedingungen in der Kieler Gastronomie hoffenth ein Ende finden.

Dazu sollte die Rechnung lieber ohne den Wirt gemacht werden.

 

Quelle: https://kiel.fau.org/bitteschoen-die-rechnung/

Gewerkschaftlicher Protest gegen hallesches Bowlingcenter

Am 1.7.2015 demonstrierten Gewerkschaftler und Sympathisanten vor dem „Bowling Star“ in Halle-Ost. Sie forderten die Begleichung offener Ansprüche einer ehemaligen Aushilfskraft und wiesen auf generelle Missstände im Bereich der Minijobs hin. Aufgerufen zur Kundgebung hatte die Freie Arbeiter und Arbeiterinnen Union (FAU) Halle.

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Ein ehemaliger Aushilfskellner hatte mit seiner Kündigung bei dem Bowlingcenter Urlaubsentgelt und die Vergütung unbezahlter Arbeitsstunden eingefordert. Als die Geschäftsführung des „Bowling Stars“ darauf zunächst gar nicht reagierte, schaltete der ehemalige Kellner die FAU als Gewerkschaft ein. Diese wiederholte die Ansprüche, welche nun offiziell zurückgewiesen wurden. Die FAU Halle wird diese plumpe Verweigerungshaltung nicht akzeptieren und hat daher juristische Schritte eingeleitet und wendet sich nun an die Öffentlichkeit.

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Eine frische Minijob-Broschüre der FAU-Münster

Extrahiertes Dokument 1_Page_1 Rechtlich hat sich die die Situation für Minijober*innen spätestens mit der Einführung des Mindestlohns ein Stück weit verändert. Höchste Zeit war es daher, dass etwaiges Informationsmaterial zum Thema Minijob auf den neusten Stand gebracht wurde. Die FAU-Münster hat dies eigens in ihrer jüngst erschienenen Broschüre getan und nebenbei auch Inhalte der Jung-und-Billig-Kampagne in ein hübsches neues Layout verfrachtet. Die Pdf könnt ihr hier einsehen oder herunterladen.

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Mindestlohn – Gutes Gewissen für nur 8,50€/h

Seit Anfang dieses Jahres gilt in Deutschland der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn von 8,50€ pro Stunde. Für die Regierungsparteien CDU und SPD ist das Mindestlohngesetz (MiLoG) ein Ausdruck „unsere[r] Wertschätzung der Arbeit und derer, die sie leisten“ (Peter Weiß, CDU)1 und ein Weg zur gerechten Entlohnung derselben (Andrea Nahles, SPD)2. Auch der Deutsche Gewerkschaftbund (DBG) sieht im Mindestlohn ein Mittel, um Lohn- und Altersarmut zu verhindern, würdige Arbeitsbedingungen zu schaffen, sowie Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu fördern3. Doch wie sieht es in der Wirklichkeit der Arbeitnehmer_innen aus?

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Auch Probearbeit muss bezahlt werden!

Damit haben die vom Backwerk in Jena wohl nicht gerechnet: Eine Arbeitnehmerin in fordert das, was ihr zusteht, nämlich die Entlohnung ihrer Probearbeitsschicht. Im weiteren ist der Bericht der Basisgewerkschaft FAU zu den Geschehnissen sowie der rechliche Rahmen wiedergegeben. Continue reading

Fakt ist… #9